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Ich packe meinen Koffer und nehme mit …

Wenn Musiker, Bühnentechniker, Roadies oder DJs auf Reisen gehen, dann transportieren sie ihr, oder das ihnen anvertraute, Hab und Gut unter anderem in Cases und Racks. Doch wann brauche ich denn ein Rack und wann ein Case? Und welches Case ist denn das richtige? Es ist ungemein wichtig, für das jeweilige Gerät, das passende Transport-Objekt zu finden. Schließlich sollen diese vor Schaden bewahren und nicht verantwortlich dafür sein. Deswegen hier einige grundlegende Gedanken, die es beim Kauf von Cases und Racks zu beachten gibt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Rack und einem Case?
Vielleicht liegt es ja an den englischen Begriffen, die nicht übersetzt werden und dadurch etwas unklar bleiben. Denn oftmals werden die beiden Bezeichnungen Rack und Case durcheinander gewürfelt und falsch verwendet. Bringen wir also etwas Licht in das Dunkel. Ein Case ist eine Kiste. Cases gibt es für Instrumente, Werkzeuge oder Geräte wie Nebelmaschinen, Mikrofone usw. In der Regel legt man die Geräte ausschließlich für den Transport in ein Case. Bei einem Auftritt werden sie dann aus diesem herausgenommen und erst dann angeschlossen. Bei einem Rack hingegen, eine passende Übersetzung ist Einbaugehäuse, werden Verstärker, Effektgeräte, Prozessoren und dergleichen mehr mit Schrauben fest an eingearbeitete Leisten montiert. Die Geräte sind in der Regel bereits verkabelt und verbleiben während ihres Einsatzes im Rack. Außerdem ist ein Rack für Geräte mit 19 Zoll gedacht, während Cases in der Breite ungemein variieren können.
Je nachdem, was transportiert wird, sollte es also im entsprechenden Case oder eben Rack untergebracht sein.

Was sind die wichtigsten Kriterien beim Kauf von Cases und Racks?
Es gibt einige grundlegende Fragen, die man sich stellen sollte. Was soll transportiert werden? Wie wird es transportiert? Wer transportiert es? Wie oft wird es transportiert? Schließlich ist es ein bedeutender Unterschied, ob man jedes Wochenende mit seiner Band unterwegs ist und das Equipment von Roadies in einen Kleintransporter oder LKW manchmal etwas unsanft geladen wird. Oder ob man als Alleinunterhalter drei Auftritte im Jahr hat, dafür mit dem eigenen PKW anreist und selber mit Argusaugen auf seine Gerätschaften achtet. Bei einem Rack gilt es besonders
die Größe zu beachten. Denn die Geräte weisen oftmals unterschiedliche Einbautiefen auf und müssen noch verkabelt werden– ein gerade abstehendes Klinkenkabel braucht auch Platz. Außerdem sollten Racks nicht überbesetzt sein. Auf der einen Seite darf das Gewicht beim Transport nicht vergessen werden. Auf der anderen Seite tut den Geräten ein bisschen Luft aufgrund der produzierten Wärme auch gut. Bei einem Case hingegen können große Ausführungen dazu führen, dass eine gewisse Unordnung entsteht und benötigtes Werkzeug zum Beispiel nicht gleich unter den vielen anderen gefunden wird.
All diese unterschiedlichen Ansätze beeinflussen natürlich die Ansprüche hinsichtlich von Verarbeitungs-, Materialqualität, Größe oder Ausstattung. Also zuerst genau überlegen, wozu das Case oder Rack gebraucht wird und dann in Ruhe bestellen.

Welche Typen lassen sich unterscheiden?
Als erstes Unterscheidungsmerkmal wird das Material herangezogen. Prinzipiell sind Cases und Racks für den Transport entweder aus Kunststoff oder aus Holz (mit Metallbeschlägen und Schaumstoff) gefertigt – bei Festinstallationen, in Studios zum Beispiel, treten auch Stahlracks und dergleichen in Erscheinung. Dabei kann den Kunststoffvarianten das geringere Gewicht und vielleicht das modernere Design bescheinigt werden, aber in
puncto Stabilität haben die Holzversionen die Nase doch klar vorne und besitzen zudem eine längere Lebensdauer. Das zweite Charakteristikum betrifft die verschiedenen Formen – wobei hier nur die gängigsten Varianten angesprochen werden sollen. Bei den Cases werden Truhen- und Haubencases unterschieden. Bei Racks spricht man von Doubledoor-Racks, von Winkel- und Tri-pledoor-Racks. Die unterschiedlichen Modelle werden nun kurz erläutert.

jpg20Truhencase
Beim Truhencase wird der Deckel nach hinten geklappt und die Ware kann einfach von oben eingelegt werden. Perfekt geeignet für Werkzeuge, Kabel, Platten usw. Bei Truhencases kann der Deckel, wenn benötigt, auch komplett abgenommen werden. Ein Fall, der bei Nebelmaschinen auftreten kann. Die dann sogar im Case verbleiben können.

jpg22Haubencase
Der abzunehmende Deckel ist hier wie eine große Haube. Der kleinere untere Teil bildet sozusagen den Sockel. Diese Form wird benötigt, wenn die transportierten Objekte eine gewisse Größe aufweisen. Das kann dann zum Beispiel eine Spiegelkugel, oder aber auch ein Rack in einem Case sein.

30109716bDoubledoor-Rack
Das klassische Rack ist das mit zwei Türen (Bild 4). Eine davon vorne, um beispielsweise den Verstärker zu bedienen und die andere an der Hinterseite, um auf die Anschlüsse zugreifen zu können. Ideal für Effektgeräte, Verstärker, Abspieleinheiten oder ähnliche Produkte.

jpg24Winkel-Rack (L-Rack)
Dass sich nicht nur Türen, sondern auch Deckel bei einem Rack öffnen, bzw. abnehmen lassen können, das zeigt das Winkel-Rack. Oftmals werden Mischpulte am oberen Ende der Racks auf entsprechenden Schienen installiert. Der Deckel wird abgenommen und die Drehregler des Mixers können bequem erreicht werden. Bei einigen Casevarianten kann zudem eine vertikale Schiene angebracht werden, die es ermöglicht, den Bedienwinkel des Mixers zu optimieren. Manchmal sind auch Serviceklappen am hinteren Teil des Racks angebracht, um etwaige Anschlüsse zu erreichen.

Tripledoor-Racks

Tripledoor-Racks
Wenn man mit der Verkabelung überhaupt keine Probleme mehr und Bedienungsfreiheit haben will, dann kann man auf die Tripledoor-Racks zurückgreifen. Wo einige L-Racks eine Servicklappe besitzen, kann beim Tripledoor-Rack die hintere Tür zusätzlich zur vorderen und zum Deckel geöffnet oder abgenommen werden.

Fazit

jpg28Racks und Cases sind unentbehrliche Helfer in der Showtechnik, die aber mit Bedacht ausgewählt werden sollten, um einen maximalen Nutzen von ihnen zu haben. Neben den hier beschriebenen Grundtypen gibt es natürlich verschiedenste andere Versionen. Beispiele sind Toolcases oder Mixercases. Bei ersteren steht das Case oftmals aufrecht. Im Inneren befinden sich Schubladen, in welche die Werkzeuge einfach eingelegt werden. Das Mixercase beheimatet einen Mixer, der auf einer Schiene festgeschraubt ist. Es gibt aber auch DJ-Racks, bei denen
die Tür herausgenommen und als Tisch umfunktioniert werden kann oder Racks, die als Kleiderschrank fungieren. Die Auswahl scheint schier unendlich. Wenn es allerdings um die Qualität geht, muss jeder für sich entscheiden, ob er ein extra geschütztes Shockproof Holzrack benötigt, oder aber mit einem leichten Kunststoffrack auskommt. Hinsichtlich der Ausstattung gibt es zahlreiche Unterschiede. Die Art und das Material der Schlösser und Griffe. Die Dicke bei Holzplatten. Auch bei Rollen, Teleskopgriffen für eine Trolleyfunktion, Dividern (Trennelemente) oder Schubladen sind die Fabrikate bei weitem nicht von der gleichen Funktionalität und Zuverlässigkeit.

jpg27Wie auch immer Sie Ihr Case oder Rack in Zukunft gestalten werden, unter Berücksichtigung einiger grundlegender Fragen, sollte Ihnen die Entscheidung nun zumindest etwas leichter fallen.

Cases im Steinigke-Shop

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