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50 Jahre Beatles in Deutschland

17. August 2010 Kategorie: DIMAVERY, Wissenswertes Tags: ,

2010 ist für Anhänger der Beatles ein Jahr der vielen runden Jahrestage. Freud und Leid sind hier gleichermaßen vertreten: Ringo Starr und John Lennon wurden zur Kriegszeit vor 70 Jahren geboren, Lennon vor 30 Jahren in New York von einem geisteskranken Fan erschossen. Vor 40 Jahren hatte sich die Band nach längeren Streitigkeiten letztlich aufgelöst. Und vor nunmehr 50 Jahren, am frühen Morgen des 17. August 1960 trafen die noch unbekannten Beatles in Hamburg ein, wo sie noch am selben Tag im Indra Club auftraten. Weitere Engagements im Kaiserkeller, Top Ten Club und Star Club sollten bis Ende 1962 folgen.

Zur Anfangszeit in Hamburg bestand die Band neben Lennon, Paul McCartney und dem minderjährigen George Harrison noch aus dem Bassisten Stuart Sutcliffe und dem Schlagzeuger Pete Best. Sutcliffe stieg 1961 aus und Best wurde 1962 durch Ringo Starr ersetzt – das legendäre Line-Up stand.

Der erste Aufenthalt in Hamburg hat die Band geformt wie kaum eine andere Zeit in ihrer Karriere. Auftritte mit in der Regel vier bis sechs Stunden jeden Tag, und das über Monate hinweg, machten aus einer eher durchschnittlichen Schülerband, die in ihren Grundformen schon seit einigen Jahren Bestand hatte, eine professionelle Musikgruppe. Eine weniger bekannte Anekdote ist, dass Paul McCartney, von der Gitarre kommend, im Juni 1960 sogar kurzeitig das Schlagzeug übernommen hatte. Erst nach dem Ausstieg von Sutcliffe wechselte er hauptamtlich an den Bass und war auch immer wieder an den Keyboards zu sehen. Eine weitere Anekdote besagt, dass Sutcliffe nicht selten auf Klaviersaiten zurückgreifen musste, weil es kaum Saiten für elektrische Bässe gab.

Als die Beatles im August 1960 in Hamburg eintrafen, hatten sie ihr gesamtes Equipment in einen alten Kleinbus gepackt und mit der Fähre nach Deutschland verschifft. Die Instrumente und Verstärker waren zum überwiegenden Teil günstige, betagte Modelle von deutschen und englischen Herstellern. Die begehrten, aber sehr teuren amerikanischen Gitarren konnte sich die junge Band erst nach einigen Monaten mit täglich mehrstündigen Auftritten leisten. Zu dieser Zeit gab es bereits nahezu alle klassischen Gitarrenmodelle, die auch heute noch in unzähligen Varianten produziert und gespielt werden. Die Beatles blieben für gewöhnlich nicht lange bei einem Typ oder gar Hersteller hängen, sondern probierten bis 1970 so ziemlich alle Instrumente aus, die ihnen unter die Finger kamen. Dies sollte sich insbesondere bei den Aufnahmen zu ihren späteren Alben als nicht zu unterschätzender Vorteil erweisen. So fanden auch neuartige Instrumente wie das Mellotron oder der Moog Synthesizer ihren Weg auf die Alben der Band.

Eine PA oder gar Lichtshow war 1960 undenkbar. Die Gesangsmikrofone wurden in das Equipment eingesteckt, das gerade verfügbar war. Dies war entweder eine heruntergekommene Hausanlage, die eher für Sprachübertragung und nicht für dynamischen Rockgesang ausgelegt war, oder aber einer der kleinen Gitarrenverstärker der Band. Auf eine Monitoranlage mussten die Beatles nahezu durch ihre gesamte Karriere hindurch verzichten. Mikrofonierung von Instrumenten fand allenfalls gegen Ende ihrer Live-Ära Mitte der 60er-Jahre statt, indem man über das Schlagzeug von Ringo ein einsames Mikrofon platzierte. Auch die Gitarren wurden zu diesem Zeitpunkt bereits abgenommen. 1964, quasi auf dem Höhepunkt ihrer Popularität, traten die Beatles in Vancouver in einem Stadion mit einer 200-Watt-Anlage auf. Dies waren zwar Verhältnisse, von denen die Musiker in ihrer Hamburger Zeit nur träumen konnten, doch verpufften die 200 Watt sofort auf dem heißen Stein der mehr als 20.000 johlenden Fans.

http://www.youtube.com/watch?v=h6TIEkB4_F8

Von diesen schlechten Erfahrungen aus technischer (und akustischer) Sicht konnten die Beatles nicht mehr profitieren, sie gaben nach 1966 auch aus diesem Grund keine regulären Konzerte mehr. Die Veranstaltungstechnik sollte erst von späteren Bands weiter vorangetrieben werden, unter ihnen The Grateful Dead, Pink Floyd, Genesis oder zuletzt U2.

Stromsparen mit LED – Rechenbeispiel

28. Juli 2010 Kategorie: Wissenswertes Tags: ,
Es gehört wohl nicht allzu viel hellseherisches Talent dazu, den LEDs (Light Emitting Diodes) eine wahrlich glänzende Zukunft vorherzusagen. Vorzüge wie der geringe Stromverbrauch, die lange Lebensdauer, die überzeugende Leuchtstärke oder die geringe Wärmeentwicklung, geben den Lampen alle Trümpfe in die Hand.
So wie in der Einleitung geschehen, werden die Vorzüge der Dioden oftmals angepriesen. Doch was nützt alle graue Theorie? Was sagen diese Vorzüge denn nun wirklich aus? Das haben wir uns auch gefragt und präsentieren Ihnen deswegen ein praktisches Beispiel welches zumindest einmal den finanziellen Unterschied zwischen einer LED und einer Entladungslampe deutlich offenlegt. Um die Frage nach dem Kostenunterschied so anschaulich wie möglich zu beantworten, wollen wir in dem Beispiel die einzelnen Kostenpunkte der unterschiedlichen Leuchtmittel aufführen und direkt miteinander vergleichen. Es geht hierbei um eine fiktive Rechnung deren jeweilige Posten sicherlich variieren können. Dennoch zeigt sie deutlich auf, wo die Unterschiede liegen und warum sich LEDs schon diesbezüglich lohnen.
In unserem Exempel soll die Außenfassade eines Gebäudes mit 10 Strahlern illuminiert werden. Wir wollen einen gewöhnlichen Halogenstrahler mit 300 Watt, und eine EUROLITE LED FL-24 mit 24 1 Watt LEDs gegenüberstellen. Die Geräte sollen fünf Stunden täglich leuchten und das für fünf Jahre.
Generell ist anzumerken, dass es auch bei LED-Produkten Qualitätsunterschiede gibt, die sich auf die Leuchtkraft oder aber die Lebensdauer auswirken können. Das eben skizzierte Beispiel geht von hochwertigen LEDs aus, die in einer für die Lampen optimalen (Temperatur etc.) Umgebung eingesetzt werden. Wie schon erwähnt sind die Zahlen bei Wartung und Energiekosten keine absoluten Angaben. Dennoch ist anhand des Beispiels sehr gut ersichtlich, wo man mit den Dioden spart. Nämlich besonders bei der Wartung, diese entfällt bei den LED-Lampen, und bei den Energiekosten. Letztere liegen mit Entladungslampen um mehr als 90 Prozent höher. Kein Wunder, denn schließlich haben wir eine 300 Watt Lampe einem LED-Strahler mit 24 Watt gegenübergestellt. Und trotz der mehr als zehnfachen Wattzahl ist kein Verlust der Leuchtkraft mit den LED-Lampen auszumachen. Einzig der Anschaffungspreis eines mit LEDs betriebenen Gerätes ist merklich teurer. Aber die höhere Investition lohnt sich. Denn bereits nach fünf Jahren kann mit den LEDs eine Ersparnis von fast 11500 Euro erreicht werden. Wirklich überzeugende Argumente für den Einsatz der Leuchtdioden.

Anschaffung Halogenstrahler 300W EUROLITE LED FL-24
Anschaffungspreis 15,- Euro + 1,70 = 281,- Euro
Incl. Leuchtmittel 16,70 x 10 Strahler = x 10 Strahler =
Empf. VK-Preis ! 167,- Euro 2.810,- Euro
Energie
Energiekosten 5h x 365 Tage = 5h x 365 Tage =
Im Sommer/Winter 1.825h x 0,3KW 1.825h x 0,025KW
Durchschnitt 5h 547,5 KWh x 0,18ct = 45,63 KWh x 0,18ct =
98,55 Euro / Jahr 8,21 Euro / Jahr
x10 Strahler = x 10 Strahler =
985,50 Euro 82,10 Euro
x 5 Jahre = x 5 Jahre =
4.927,50 Euro 410,50 Euro
Lebensdauer des Leuchtmittels Soll 1000h – Real 700h Soll 50.000h – Real ca. 40.000h
Brenndauer in 5 Jahren 5h pro Tag x 365 Tage x 5 Jahre Kein wechsel
= 9.125 Stunden
700h Lebensdauer
= 13 Wechsel
x 10 Strahler =
130 Wechsel
Wartung
Kosten je Wechsel des Leucht- OMNILUX Keine Wartung
mittels durch einen Elektriker 1,70 Euro
– Anfahrt 0,5h x 36,- Euro
– Vorbereitung 0,33h x 36,- Euro
– Wechsel 0,33h x 36,- Euro
– Nachbereitung 0,33h x 36,- Euro
– Abfahrt 0,5h x 36,- Euro
Gesamt 73,34 Euro
x 130 Wechsel in 5 Jahren =
9.534,- Euro
Kosten
Anschaffung 167,- Euro 2.810,- Euro
Energie 4.927,50 Euro 410,50 Euro
Wartung 9.534,- Euro – –
Summe Gesamtkosten in 5 Jahren 14.628,50 Euro 3.220,50 Euro
Teurer gegenüber dem LED-Spot 11.408,- Euro
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Monitoring – wichtiger als viele glauben

13. Juli 2010 Kategorie: OMNITRONIC, Wissenswertes Tags: ,

Auch in der Musik ist es wie so oft: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Die akustische Kontrollmöglichkeit von der hier nun die Rede sein wird, nennt sich Monitoring (engl. to monitor, überwachen, von lat. monere, ermahnen, warnen). Für Bühnen- oder Studiomusiker ist sie unerlässlich, wenn auf einen guten Sound Wert gelegt wird.

Begeben wir uns zunächst auf die Bretter, die die Welt bedeuten können und widmen uns dem Live-Monitoring auf Bühnen. Warum ist das denn hier nötig mag man sich fragen. Nun, außer vielleicht bei sehr kleinen Bühnen, begibt es sich, dass die PA – bzw. die Gitarren oder das Schlagzeug – in der Regel so laut ist, dass sich Sänger vielleicht gar nicht oder Keyboarder nur unzureichend selber hören. Um dies zu ändern und um eine Kontrolle des eigenen Spiels zu ermöglichen, empfiehlt sich das Installieren einer Monitoranlage. Diese ist eine von der PA getrennte und separat verwaltete Beschallungsanlage. Durch die Bühnenlautsprecher erhalten die Musiker einen ähnlichen Höreindruck wie das Publikum, hören sich also selber auch wesentlich deutlicher und können so das Zusammenspiel besser koordinieren.

Beim Studiomonitoring hingegen, ist der Schwerpunkt etwas anders gesetzt. Auch hier geht es natürlich um die Kontrollmöglichkeit, doch auf eine, nennen wir es feinfühligere Art. Während es auf der Bühne um ein gutes Zusammenspiel geht und man den Gesamteindruck überprüfen will, dreht sich im Studio alles um die Qualität des einzelnen Signals, also des jeweiligen Instruments. Überwacht wird in diesem Fall der Sound der Aufnahme und der sich anschließenden Bearbeitung. Es geht dementsprechend zuerst darum, das betreffende Audiosignal exakt so zu reproduzieren, wie Mikrofone, Verstärker oder andere Klangerzeuger es ausgeben. Um dies zu erreichen, müssen gewisse Faktoren berücksichtigt werden.

Überaus wichtig ist die Auswahl der richtigen Boxen. Es geht kein Weg vorbei an speziellen Monitorboxen, die über eine gute Impulswiedergabe sowie ein geringes Nachschwingen verfügen sollten und für die ein linearer Frequenzausgang essentiell ist – es werden also keine Frequenzen angehoben oder abgesenkt. Da man im Studio direkt vor den Boxen sitzt, sollten diese zudem über einen breiten Abstrahlwinkel verfügen und ihre Klangeigenschaften innerhalb des Arbeitsbereiches des Tontechnikers nicht ändern. Ebenso wichtig ist die korrekte Positionierung der Lautsprecher. Wenn der Schall den Hörer direkt, also ohne irgend welche Hindernisse, erreichen soll, ist es ratsam, die Boxen auf Stative zu stellen oder an der Wand zu montieren. Wenn sie auf einen Tisch oder auf das Ende des Mischpults gestellt würden, gäbe es verfälschende Reflexionen. Die Boxen sollten auf den Hörer ausgerichtet sein und dabei im Optimalfall ein gleichseitiges Dreieck zwischen den Boxen und dem Techniker entstehen lassen.

Generell ist anzumerken, dass der Nennwert der Verstärker größer dimensioniert sein sollte als jener der Lautsprecher, um Verzerrungen zu vermeiden. Außerdem bieten größere Verstärker einen höheren Dämpfungsfaktor und sind zu einer fehlerfreien Übertragung von schnellen Spannungsübertragungen in der Lage.

Auch die Auswahl von Monitorlautsprechern für die Bühne ist wichtig. Ähnlich wie bei Studiomonitoren sollten sie möglichst einen linearen Frequenzgang haben, doch ist es hier wichtiger, eine höhere Leistung zu erzielen. Ein Unterschied besteht im Abstrahlverhalten. Dem der breiten Studioversion steht ein eher zielgerichtetes Abstrahlen auf der Bühne entgegen, da dort ja jeder Musiker seine eigenen Lautsprecher haben sollte. Ein Wort noch zur Bauart: Sie unterscheidet sich sichtlich von der der Studioboxen. Als Hochtöner wird ein Horn und keine Kalotte verwendet, desweiteren ist eine Seite angeschrägt, so dass man die Monitore auch auf den Boden legen kann und sie dann nach oben strahlen.

Anstelle der Lautsprecher werden auf der Bühne auch vermehrt In-Ear-Monitore eingesetzt. Das sind kleine Ohrstecker mit einem kleinen Bügel, die per Funk die Funktion der Boxen übernehmen. Der Vorteile dieser Technik liegen auf der Hand. Einerseits kann sich der Musiker frei bewegen und erhält immer ein unverändertes Signal. Andererseits müssen die Techniker weniger Kabel verlegen und weniger Boxen transportieren. Zusätzlich schützt das In-Ear-Monitoring vor Rückkopplungen, die entstehen könnten, wenn beispielsweise ein Mikrofon den verstärkten Gesang eines Sängers, der über die Monitorlautsprecher wiedergegebenen wird, erneut auffängt. Welche Version Sie auch wählen oder benötigen, das richtige Equipment ist wichtig, damit die eigene Leistung nicht verfälscht und somit schlechter wird.

Unsere Produktempfehlung:

OMNITRONIC IEM-500 In-Ear-Monitoring-Set

Das IEM-500 ist ein drahtloses In-Ear-Monitorsystem mit hervorragenden Klangeigenschaften und vollem Bedienkomfort. Es können 16 Frequenzen im störungsarmen UHF-Bereich verwendet werden. Durch einen Limiter im Eingang des Senders ist das Gehör selbst bei extremer Übersteuerung optimal geschützt. Das System kann sowohl mono als auch stereo betrieben werden und ist damit für viele Anwendungen wie z. B. Live-Musik, Theaterbetrieb oder Sprachanwendungen geeignet.
Das übersichtliche Multifunktionsdisplay am Sender und am Empfänger versorgt den Anwender jederzeit mit allen Betriebszuständen. Am Sender befindet sich ein Kopfhörerausgang mit regelbarer Lautstärke, um vom Pult aus zu kontrollieren, was der Musiker zu hören bekommt. Das Set ist komplett ausgestattet mit Sender, Empfänger, Kopfhörern und 483-mm-Rackmontagekit (19″).

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Lichtverschmutzung – Sag mir wo die Sterne sind

18. Juni 2010 Kategorie: Wissenswertes Tags: ,

Bild: Magnus Manske

Lichtverschmutzung gibt es genauso wie Luftverschmutzung. Sie lässt nicht nur Sterne erblassen, sie hat auch negativen Einfluss auf Mensch, Tier und Natur. Immer mehr Kritiker fordern deshalb: Macht die Nacht wieder dunkel!

Im Jahr 1846 lag die Berliner Sternwarte mitten im Herzen der Stadt. Zwischen Friedrich- und Lindenstraße wurde dort der Neptun am Sternenhimmel entdeckt. Wenn man heute an jener Stelle mit dem Teleskop in den Nachthimmel blicken würde, könnte man lange suchen, bis man den damals entdeckten Planeten findet – er wäre nicht zu sehen.

Es klingt vielleicht etwas komisch, aber die Nacht hat sich verändert. Sie ist nicht mehr so dunkel wie einst. Grund dafür ist einmal mehr der Mensch. Denn er hat die Nacht durch die künstliche Beleuchtung erhellt und das natürliche Licht dadurch verschmutzt.

Bild: S. Barnes

Der Effekt der sogenannten Lichtverschmutzung war bereits 1913 so stark, dass die Berliner Sternwarte in dunklere Gegenden flüchten musste, um einen klaren Blick auf die Himmelskörper zu haben. Heute findet man Sternwarten fast nur noch in sehr entlegenen Gegenden. Mittlerweile hat die übertriebene nächtliche Helligkeit für viele Beobachter ein kritisches Level erreicht. Mehr und mehr Initiativen versuchen die Bevölkerung, vor allem aber die Politik zum Umdenken zu bewegen. Schließlich ist der Verlust der Sterne nur ein Aspekt von vielen.

Obwohl, oder gerade weil es so viele helle Lichtquellen gibt, verlieren Insekten und Vögel Ihre Orientierung. Mücken beispielsweise bestimmen ihre Position mit Hilfe des Mondlichts. Da können die zahlreichen Straßenlaternen schon irritieren. Für die Insekten sind die Lampen der Mond und sie fliegen oftmals solange um ihn herum, bis sie erschöpft sind und sterben.

Nun, könnte man jetzt sagen, das sind ja nur Mücken – eine naive Fehleinschätzung. Denn jeder Falter, der stupide eine Lampe umkreist, kommt seinen eigentlichen Pflichten nicht mehr nach. Er sucht keine Nahrung, bestäubt keine Blüten, pflanzt sich nicht fort. Da Insekten ganz am Anfang der Nahrungskette stehen, hat das Folgen für weitere Tierarten.

Da viele Insekten, gerade in Wassernähe auf dem Speiseplan von Fischen und Vögeln stehen, fehlen sie dort dann als Nahrungsgrundlage. Diese um Insekten „beraubte“ Landschaft wird nicht nur artenärmer, sondern auch ökologisch anfälliger, beispielsweise gegenüber der Massenvermehrung bestimmter Arten.

Wenn man davon ausgeht, dass in den Sommermonaten an jeder Straßenlaterne ca. 150 Insekten pro Nacht ihr Leben verlieren, und wir allein in Deutschland rund 7-8 Millionen Straßenlaternen zählen, kommt man in nur einer Nacht auf über 1 Milliarde „Opfer“.

Doch es sind nicht nur die Insekten, die unter der Lichtverschmutzung leiden. Auch Zugvögel werden irritiert und kommen vom Weg ab. Sie fliegen in beleuchtete Gebäude und sterben teilweise dadurch oder an Erschöpfung. Allein in den USA sterben nach Schätzungen des U.S. Fish and Wildlife Service jährlich zwischen vier und 50 Millionen Zugvögel, weil sie von beleuchteten Funktürmen angelockt werden. Schildkröten werden vom künstlichen Licht ebenfalls abgelenkt. Der Nachwuchs von Meeresschildkröten findet an zu hell erleuchteten Stränden den Weg ins Wasser nicht mehr und kann so einem Raubtier zum Opfer fallen. Auswirkungen auf weitere Tiere, etwa auf Fledermäuse oder Frösche, sind sehr wahrscheinlich. Es fehlen allerdings umfangreichere Beobachtungen.

Der menschliche Organismus bleibt ebenfalls nicht unberührt vom dauerhaft beleuchteten Nachthimmel. Er reagiert zunehmend allergisch. Dabei ist Schlaflosigkeit noch das weitaus kleinere Übel. Es werden Stimmen laut, die vermuten lassen, dass der Verlust der Dunkelheit gar Krebserkrankungen begünstigt

Doch bislang bleiben Deutschlands Städte relativ unbeeindruckt und setzen nur sehr selten auf neue Konzepte (Lampen mit engerem Abstrahlwinkel, anderen Technologien oder das Dimmen der Leuchtmittel). Im Gegenteil. Die Lichtverschmutzung allein in Deutschland wird jedes Jahr um mehrere Prozent schlimmer. Immer mehr Plätze, Gebäude und Parks werden beleuchtet – und dass nicht nur in den Metropolen. So unerfreulich es auch ist, dass große Teile Deutschlands unter sogenannten Lichtglocken liegen und viele Leute die Milchstraße noch nie gesehen haben, welche Menge an künstlichem Licht gerade für den Menschen eigentlich gefährlich ist, das können die Wissenschaftler noch nicht präzise sagen – sicherlich ein willkommener Vorwand für viele Verantwortliche, um nicht agieren zu müssen.

Weil manchen Politikern die bislang aufgestellten Fakten bereits genügen, handeln Sie schon jetzt. In Deutschland hat wohl die Stadt Augsburg mit seinen 280 000 Einwohnern das umweltfreundlichste Lichtkonzept. Die innerstädtische Straßenbeleuchtung wurde vollständig auf Natriumdampflampen umgerüstet und mit Dimmern versehen. Das Ergebnis ist nicht nur gut für die unmittelbar Betroffenen, sondern auch für die Stadtkasse. Schließlich jonnten seitdem der Stromverbrauch um 20 Prozent gesenkt werden – das entspricht einer Ersparnis von immerhin 250 000 Euro. Im Ausland könnte Slowenien ein Beispiel sein. Hier gibt es vorgeschriebene, maximale Beleuchtungsstärken oder ein Verbot für Skybeamer. Außerdem dürfen Lampen im Außenbereich nicht nach oben (das tun sie hierzulande sehr häufig) abstrahlen.

Im restlichen Europa wird sich spätestens in einem Jahr etwas tun: Von 2011 an sind die alten, ineffizienten, Insekten anziehenden Quecksilberdampflampen verboten. Viele Lichtschützer wünschen sich den Einsatz von LEDs, die sich perfekt ausrichten und problemlos dimmen lassen – ganz abgesehen davon, dass der Stromverbrauch drastisch sinken würde. Ob es allerdings wirklich so weit kommt, steht noch in den Sternen – denn lustiger Weise vermuten Wissenschaftler, dass weiße LEDs den menschlichen Melatoninhaushalt stören könnten, mit Schlafstörungen als unmittelbarer Folge. Diese Wissenschaftler!

Doch selbst wenn alle Städte mit LEDs beleuchten würden, um die Sterne richtig zu betrachten, muss man es auch weiterhin den Sternenwarten gleichtun und das Licht der Städte weit hinter sich lassen. Vielleicht kommen ja die schon einmal angedachten Himmelparks, in denen die Aussicht auf die Sterne durch nichts gestört wird solange das Wetter mitspielt.

Eine gewichtige Initiative gegen die zu starke Beleuchtung nennt sich „Verlust der Nacht“. Das ist ein Verbund von Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft, von Universitäten und von Dark Sky Germany (eine Untergruppe der Vereinigung der Sternenfreunde e.V.). Das Prospekt zu Initiative finden Sie hier.

WM-Fieber – Technik-Fieber

11. Juni 2010 Kategorie: Wissenswertes Tags:

Wenn an diesem Wochenende in Südafrika die 19. Fußballweltmeisterschaft angepfiffen wird, dann stehen neben der versammelten Weltelite des Fußballs auch die zehn WM-Stadien mit einem Fassungsvermögen von 40.000 bis 100.000 Zuschauern im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Nur wenigen Außenstehenden ist dabei jedoch bewusst, wie viel Veranstaltungstechnik mittlerweile in einem modernen Stadion steckt. Die Zeiten von einfachen, auf reine Sprachübertragung optimierten Druckkammerlautsprechern mit Trichterhorn sind in Fußballarenen schon länger vorbei und finden sich allenfalls noch im Amateurbereich. An ihre Stelle getreten sind ausgefeilte Beschallungssysteme mit intelligenter Netzwerktechnik, die zudem mit ausfallsicheren Evakuierungssystemen verschaltet sind.

In großen Stadien besteht das Lautsprecherarsenal nicht selten aus einer Kombination mehrerer Line-Arrays sowie einer Vielzahl herkömmlicher Cluster-Boxen in Niederohm- oder 100-Volt-Ausführung zur möglichst gleichmäßigen Beschallung aller Zuschauerbereiche. So ist es an der Tagesordnung, dass in einem Stadion für mehrere 10.000 Zuschauer eine deutlich dreistellige Anzahl an Lautsprecherboxen in unterschiedlichster Ausführung nebst der passenden Endstufen verbaut ist. Da können durchaus 100 kW zusammenkommen, was einem großen Live-Konzert von internationalen Musikstars entspricht. Die typische Signalkette, um wieder auf das Fußballstadion zurückzukommen, reicht hierbei von Zuspielern und Funkmikrofonen über teils digitale Audiomischpulte, DSP-gestützte Matrizen und Interfaces sowie redundant ausgeführten Daten- und Signalleitungen zu den Endstufen und Lautsprechern.

Um diese Vielzahl an Komponenten übersichtlich koordinieren zu können, greift man auf moderne Netzwerkprotokolle wie CobraNet zurück, mit denen auf einzelne Segmente der Anlage gezielt über eine Steuerungssoftware zugegriffen werden kann. Hinzu kommen Evakuierungssysteme mit Notstromversorgung, kompletter Linienüberwachung und doppelter Signalführung, die im Notfall dabei helfen sollen, das Publikum zügig und sicher aus einer möglichen Gefahrenzone zu leiten.

Ähnlich hohe Sicherheitsanforderungen werden auch an die Flutlichtanlage und andere Beleuchtungssysteme gestellt. Sie müssen ebenfalls über eine Notstromversorgung verfügen, um besonders während der vielen Abendspiele eine optimale Sicherheit für den Besucher zu gewährleisten. Hier fordert bspw. die UEFA je nach Kategorie des Stadions die volle Lichtleistung auch im Notfall. Mobile Effektstrahler zum Einsatz im Rahmenprogramm erweitern diesen Technikpark noch zusätzlich. Die Lichtanlage muss im Profibereich auch immer auf die Anforderungen der aktuellen Fernsehtechnik abgestimmt sein. Diese haben seit dem Aufkommen der HDTV-Technik nochmals zugenommen, die Lichtanlagen erreichen mittlerweile eine Beleuchtungsstärke von bis zu 2.000 Lux. Zum Vergleich: ein Bürozimmer hat lediglich 800 Lux. Das Fernsehen verlangt außerdem natürlich eine möglichst gute Wiedergabe der Atmosphäre auf den Rängen. Deshalb werden pro Stadion ca. 30 Richtmikrofone aufgestellt – schließlich will der Zuschauer vor dem Bildschirm nichts verpassen, weder optisch noch akustisch.

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