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PSSO Compact Line Array Erläuterungen zum mitgelieferten Controller-Preset

12. August 2011 Kategorie: PSSO, Wissenswertes Tags: ,

www.psso.de

Das Beispiel-Preset, das wir Ihnen für das PSSO Compact Line Array an die Hand geben, basiert auf unseren Erfahrungen der vergangenen Jahre und soll Ihnen dabei helfen, für Ihre Anwendung die optimalen Einstellungen zu finden.

Für unseren Beispielaufbau gehen wir von folgenden Komponenten aus:

8x PSSO CLA-228 an Endstufen PSSO HP-1400 (Höhen) und HP-2400 (Mitten)

2x PSSO CLA-115 an PSSO HP-2400

4x PSSO CLA-118 an PSSO HP-3200

2x PSSO SUB-2180 an PSSO HP-3200

Die Gains aller Endstufen sind bei diesen Controller-Einstellungen auf Maximalstellung.

Die Einstellungen im Überblick:

Speaker Gain Lowcut Hicut EQ 1 EQ 2
CLA-228 Hi – 8 dB 1.900 Hz 

24 dB L-R

CLA-228 Mid 0 dB 120 Hz 

24 dB L-R

1.900 Hz 

24 dB L-R

400 Hz –3 dB 

Q = 2.9

800 Hz –6 dB 

Q = 2.9

CLA-115 + 6 dB 60 Hz 

24 dB L-R

120 Hz 

24 dB L-R

65 Hz +5 dB 

Q = 1.85

CLA-118 – 5 dB 30 Hz 

48 dB L-R

75 Hz 

18 dB BW

65 Hz +5 dB 

Q = 1.85

SUB-2180 – 2 dB 30 Hz 

48 dB L-R

75 Hz 

18 dB BW

65 Hz +5 dB 

Q = 1.85

 

Für diesen Beispielaufbau gehen wir von zwei verschiedenen Subwoofer-Modellen für den Floor-Einsatz aus (CLA-115 bzw. SUB-2180), wobei sich die Einstellungen nur hinsichtlich des Gain-Wertes unterscheiden. Bedenken Sie bitte, dass bei einer differierenden Zusammenstellung der Komponenten und insbesondere beim Einsatz anderer Endstufen die Pegel ggf. noch angeglichen werden müssen!

Die Trennfrequenzen ergeben sich vorrangig aus dem Frequenzgang der einzelnen Lautsprecher. Spielraum ist besonders bei der unteren Trennfrequenz der Subwoofer gegeben. Werden keine Floor-Subs (CLA-118 oder SUB-2180) verwendet, so kann der Lowcut der Flugbässe CLA-115 etwas tiefer, bspw. bei 45 Hz, angesetzt werden.

Die Floor-Subs sind relativ tief, aber dafür mit 48 dB je Oktave sehr steil getrennt. Alternativ ist eine Trennung bei etwa 40 Hz und mit 24 dB je Oktave möglich. Nach oben hin lassen wir sie in unserem Beispiel recht früh bei 75 Hz „ausklingen“, dafür aber nur mit einer Trennung von 18 dB je Oktave. Auch hier kann man mit einer etwas höheren und dafür steileren Trennung experimentieren. Diese Einstellungen sind nicht zuletzt auch vom hauptsächlichen Anwendungszweck (Sprache, Live-Musik, Konserve) abhängig.

Equalizer sind bei dieser Grundeinstellung nur sehr sparsam gesetzt, insbesondere bei Festinstallationen ist also noch genügend Spielraum für ortspezifische Anpassungen vorhanden. Im mobilen Einsatz sollten diese Korrekturen wie üblich mittels eines 31-Band-Equalizers am FOH vorgenommen werden.

Alle Subwoofer, ob stehend oder fliegend, haben eine leichte Anhebung bei 65 Hz für etwas mehr „Kick“. Dies hat sich in der Praxis als sehr vorteilhaft erwiesen, um eine etwas höhere untere Trennfrequenz zu ermöglichen und dennoch einen ausreichenden und klaren Bassdruck zu realisieren. Hinzu kommen zwei Filter im Mittenbereich bei 400 und 800 Hz. Dies sind die hinlänglich bekannten „Mummelfrequenzen“, die insbesondere bei Sprachanwendungen etwas zurück genommen werden müssen und im Allgemeinen eine klare Wiedegabe von Sprache und Gesang ermöglichen.

Bei den bisherigen Anwendungen mit verschiedensten Lautsprecher-Kombinationen haben sich üblicherweise die Flugbässe (CLA-115) als die Komponente erwiesen, die zuerst ihre Leistungsgrenze erreicht. Dies ist bei der Einstellung des Systems und der Ermittlung des Maximalpegels zu beachten.

Referenzmaterial:

Um die Anlage optimal einzustellen, bietet sich der Einsatz diverser Referenz-CDs an. Wir haben in den letzten Jahren mit den folgenden Titeln sehr gute Ergebnisse erzielt:

Jennifer Warnes: „The Hunter“

Titel: „Rock You Gently“, „The Hunter“

Das Album besticht durch seine sehr klare Aufnahme. Zu beachten sind hierbei in erster Linie die Bässe und Höhen, die bei optimaler Einstellung des Systems klar und differenziert wiedergegeben werden sollten. Die Bässe dürfen keinesfalls dröhnen und die Höhen sollten klar hörbar, dabei aber nicht verzerrt sein.

Michael Jackson: „HIStory“

Titel: „Billie Jean“, „Beat It“

Beide Titel sind sehr anspruchsvoll, wobei „Billie Jean“ einen besonderen Augenmerk auf die Basswiedergabe legt und bei „Beat It“ zu beachten ist, dass die verzerrten Gitarren nicht den sonstigen Mix überdecken. In beiden Fällen sollte eine klare Wiedergabe des Gesanges gegeben sein.

Pink Floyd: „Echoes“

Titel: „Another Brick in the Wall (Part 2)“, „High Hopes“

Der Kinderchor bei „Another Brick“ darf nicht schrill klingen, der Basslauf muss druckvoll sein, darf dabei aber nicht dröhnen. Im Idealfall hebt sich das abschließende Gitarrensolo klar vom sonstigen Mix ab. Bei „High Hopes“ überlagern sich viele unterschiedliche Instrumente und Geräusche. Diese sollten in jedem Moment klar und differenziert wahrnehmbar sein.

Paul Simon: „Graceland“

Titel: „Graceland“, „You Can Call Me Al“

Die Stimme von Paul Simon muss sich in beiden Titeln klar vom sonstigen Mix abheben, die Bässe sollten differenziert und druckvoll sein.

Yello: „The Essential“

Titel: „Oh Yeah“, „The Race“, „Rubberbandman“

„Oh Yeah“ und „The Race“ sind beide relativ höhenlastig und erfordern eine klare Abbildung in der oberen Hälfte des Frequenzspektrums. Die Stimme ist jeweils relativ tief und klingt bei falscher Einstellung des Systems sehr schnell verwaschen.

Robyn: „With Every Heartbeat“ (Tong & Spoon Wonderland Remix)

Der Remix von „With Every Heartbeat“ stellt die Subwoofer vor extreme Anforderungen. Wenn die Bässe zusammen mit der Stimme voll einsetzen, dürfen die Subwoofer nicht scheppern oder dröhnen, die Stimme sollte immer noch klar über dem Mix stehen.

Weitere Informationen unter: www.psso.de

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