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Digitales Lautsprechermanagement – Teil 2

Lautsprecher Management

Die im ersten Teil beschriebenen Werkzeuge wollen wir nun ergänzen. Wir beginnen mit den Equalizern – ebenfalls ein wichtiger Bestandteil von Lautsprecher-Controllern. Mit Hilfe voll-parametrischer Equalizer lässt sich der Frequenzgang einer Beschallungsanlage korrigieren. Während Equalizer an Mischpulten oft nur semi-parametrisch ausgelegt sind, sich also nur die Amplitude und die Arbeitsfrequenz ändern lassen, ist bei einem voll-parametrischen Equalizer auch die Filtergüte, also die Form der Glocke variabel. Hierbei ist zu beachten, dass eine hohe Güte bzw. ein hoher Q-Faktor einer schmalen Bandbreite entspricht und umgekehrt. Wie schon oben bei den Filtertypen angemerkt, sind zu starke Eingriffe in das Frequenzverhalten zu vermeiden, da sonst die erzeugten „Phasenschweinereien“ den positiven Effekt der Korrektur wieder zunichte machen. Hier ist weniger oft mehr! Weiterlesen »

Digitales Lautsprecher-Management

Lautsprecher Management

Digitale Lautsprecher-Controller sind heute das Herzstück einer jeden modernen Beschallungsanlage. Sie sorgen nicht nur dafür, dass jeder Lautsprecher das passende Signal zugewiesen bekommt, sondern gleichen auch Unregelmäßigkeiten im Frequenzgang aus und schützen nicht zuletzt die Anlage vor Übersteuerung.

Lautsprecher-Controller bestehen in der Regel aus drei wichtigen Komponenten:

– die Hardware umfasst u. a. die Anschlüsse und Schnittstellen, die Wandler, die Bedienelemente und das Gehäuse

– die Firmware beinhaltet die Algorithmen für das Signal Processing, also die Equalizer, Frequenzweichen, den Limiter und das Delay

– die Software sorgt dafür, dass der Benutzer mit einer grafischen Oberfläche auf seinem Computer bequem auf alle Funktionen des Controllers zugreifen und fertige Einstellungen verwalten kann. Weiterlesen »

On the Road mit dem Compact Line Array von PSSO

PSSO - S.Oliver

Als wir Ende 2007 anfingen, uns mit dem PSSO CLA zu beschäftigen, sahen wir den vorrangigen Zweck des neuen Line-Arrays darin, es in Mehrzweckhallen und andere öffentliche Einrichtungen oder Veranstaltungsorte zu installieren. So waren denn auch Mehrzweckhallen im Würzburger Umkreis die ersten Objekte, in die das CLA während und kurz nach der Entwicklungsphase installiert wurde. Das CLA sollte dort den Zweck einer festen Hausanlage erfüllen, die bei Bedarf durch eine mobile Beschallungsanlage ergänzt oder ersetzt werden konnte. Folglich standen bei uns Sprachübertragung und die Wiedergabe von Musik aus der Konserve im Vordergrund. Eine Verwendung im Rental-Bereich für Live-Darbietungen wollten wir zunächst nicht forcieren. Weiterlesen »

Amping bei aktiv getrennten Beschallungsanlagen

PSSO Line Array CLABei der Auswahl von Endstufen für eine aktiv getrennte Beschallungsanlage gibt es zwei grundlegend verschiedene Philosophien, die wir hier kurz vorstellen wollen. Beide Varianten haben ihre typischen Vor- und Nachteile und so muss vor dem Kauf sorgfältig abgewägt werden, was für den jeweiligen Einsatz bzw. die zu erwartenden Aufgaben die wirtschaftlich und technisch sinnvolle bzw. notwendige Lösung ist.

Wir nennen diese beiden Ansätze „Stereo-Setup“ und „Mono-Setup“, da bei der Stereo-Variante die einzelnen Signalwege (also Höhen, Mitten, Bässe) der linken und rechten Lautsprecher über die entsprechenden Kanäle von jeweils einer Endstufe verstärkt werden. Bei der Mono-Variante hat jede Lautsprecherseite komplett eigene Endstufen, ggf. sogar einen eigenen Systemcontroller. Letztere Variante eignet sich insbesondere für Anlagen, die nicht immer in der gleichen Konfiguration betrieben werden – also bspw. Line-Arrays, wo man je nach Tiefe und allgemeiner Größe der Publikumsfläche mal mehr und mal weniger Zeilen einsetzen muss. Zusätzlich kann man mit der Mono-Variante auch kleinere Anlagen komplett getrennt einsetzen, dann allerdings im Stereo-Setup. Dieses bietet sich besonders für knapp budgetierte Festinstallationen sowie für den Fall an, dass die Anlage mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit immer den gleichen Aufbau hat.

PSSO CLA-228Ein Beispiel:
Wir müssen Endstufen für ein PSSO Compact Line-Array mit folgenden Komponenten auswählen:
16x PSSO CLA-228 Top (jeweils 60 Watt RMS für die Höhen und 300 Watt RMS für die Mitten, Impedanz 16 Ohm)
4x PSSO CLA-115 Flugbass (jeweils 500 Watt RMS, Impedanz 8 Ohm)
8x PSSO CLA-118 Floor-Sub (jeweils 800 Watt RMS, Impedanz 8 Ohm)

Zur Auswahl haben wir folgende Endstufen:
PSSO HP-1400
(2x 700 Watt RMS, Impedanz 4 Ohm)
PSSO HP-2400
(2x 1400 Watt RMS, Impedanz 4 Ohm)
PSSO HP-3200
(2x 1600 Watt RMS, Impedanz 4 Ohm)

Die einfachsten Entscheidungen sind die bzgl. der Bässe. Für jeweils vier CLA-118 müssen wir eine HP-3200 einplanen, also insgesamt zwei. Abhängig von der Aufstellung der Bässe auf dem Boden können wir nach Belieben Endstufenkanäle zuweisen. Für die CLA-115 Flugbässe benötigen wir je nach Philosophie ein oder zwei Endstufen HP-2400. Theoretisch können wir bei Anwendung der Stereo-Variante alle vier Bässe über nur eine Endstufe speisen. Im Mono-Setup übernimmt jeder Kanal von insgesamt zwei Verstärkern nur jeweils einen einzigen Lautsprecher, was den Aufbau wesentlich ausfallsicherer macht.
Ähnlich sieht es bei den Hoch-/Mitteltonzeilen CLA-228 aus: Wir haben die Wahl zwischen jeweils zwei HP-1400 und HP-2400 für die Höhen und Mitten, wobei jede Endstufe für vier Tops links und rechts zuständig wäre. Alternativ ist der Einsatz von vier HP-2400 möglich, wobei jeweils ein Kanal Höhen und der andere die Mitten übernimmt. Beim Ausfall eines Endstufenkanals hier, würden nur die Hälfte der Höhen oder Mitten einer Seite ausfallen, bei Ausfall der ganzen Endstufe die Hälfte der Höhen und Mitten einer Seite. Zum Vergleich: Fällt eine Endstufe im Stereo-Setup aus, so fehlt ein Signalweg zumindest teilweise auf beiden Seiten.

PSSO AmprackDie benötigten Endstufen im Überblick:
Stereo-Setup:

2x PSSO HP-1400 (Höhen)
3x PSSO HP-2400 (Mitten und Flugbässe)
2x PSSO HP-3200 (Floor-Subs)
1x Controller PSSO DXO-48 PRO
1-2x Endstufenrack

Mono-Setup:
6x PSSO HP-2400 (Höhen, Mitten, Flugbässe)
2x PSSO HP-3200 (Floor-Subs)
1-2x Controller PSSO DXO-48
2x Endstufenrack

Wir sparen also im Stereo-Setup eine Endstufe sowie zusätzlich etwas Geld in der Anschaffung, da wir auch zwei kleinere Endstufenmodelle einbinden können.

Die Vorteile beider Varianten im Überblick. Die Vorteile einer Philosophie sind gleichzeitig die Nachteile der jeweils anderen:
Stereo-Setup:

Vorteile:
– günstigerer Anschaffungspreis
– geringerer Platzbedarf im Lager und während des Transportes
– weniger Strombedarf bei der Veranstaltung

Mono-Setup:
Vorteile:
– weniger Schaden bei Ausfall einer Endstufe
– modularer Aufbau bzw. Einsatz mehrerer kleinerer Anlagen gleichzeitig möglich
– kürzere Leitungswege von den Endstufen zu den Lautsprechern möglich