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„The Wall“ live – damals und heute

15. September 2010 Kategorie: DIMAVERY, Wissenswertes Tags: , ,

Zum 30. Jubiläum der legendären Live-Konzerte zu „The Wall“ 1980/81 wird Roger Waters, der kreative Kopf von Pink Floyd, ab heute noch einmal die Welt mit seinem Meisterwerk bereisen. Für Waters, der diesen Monat 67 Jahre alt wurde, könnte es wie er selbst verlauten ließ die letzte große Tour sein. Im Sommer 2011 sind auch Konzerte für Deutschland angesetzt.

http://www.youtube.com/watch?v=4KYrAqAZfjs

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Die Geschichte des Techno

24. August 2009 Kategorie: Wissenswertes Tags: , ,

Betrachtet man die Musikgeschichte, sind viele Musikgenre schon mehrere hundert Jahre alt. In fast jeder Epoche gibt es eine charakteristische Musikrichtung, die die damalige Zeit geprägt hat. Eine vergleichsweise junge Geschichte hat die elektronische Musik. Als Folge der zunehmenden Digitalisierung und des Aufkommens der Computer, versuchen sich die Musiker seit den 60er Jahren an der Musik ohne klassische Instrumente, allein mit technischen Hilfsmitteln. Doch schon vor der Entwicklung von Computern gab es Instrumente, die Elektrizität verwendeten. 1920 entwickelt der russische Erfinder Lew S. Thermen das Theremin. Dieses elektronische Musikinstrument wird durch den Abstand der Hände zu zwei Antennen gespielt. Noch heute spielen zahlreiche Musiker auf diesem sonderbaren Gerät. Nur zehn Jahre später entsteht mit dem Trautonium der Urvater des heutigen Synthesizers.

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Als Vorläufer der elektronischen Musik kann die „Musique concrète“ in den 40er Jahren gesehen werden: Geräusche aus Natur, Technik und Umwelt, wie beispielsweise Schreibmaschinengeklapper wurden mit dem Mikrofon aufgenommen und elektronisch verfremdet. Die Wurzeln der elektronischen Klangerzeugung liegen in Europa. Die ersten Aufnahmen der Musique concrète laufen 1948 in einem französischen Radioprogramm. Auch in Deutschland entwickelt sich die elektronische Musik, in Köln wird 1951 das erste Tonstudio für elektronische Musik gegründet. Dort erproben verschiedene Komponisten, darunter auch Karlheinz Stockhausen, die synthetische Klangerzeugung. Ihre Ideen und Erkenntnisse dienen in den 60er und 70er Jahren als Inspiration für die Urväter der Technomusik: Die deutsche Band „Kraftwerk“. Die Bezeichnung „Techno“ taucht in Europa zum ersten Mal 1982 in einem Plattenladen in Frankfurt auf: Der dort arbeitende DJ Andreas Tomalla (Talla2XLC) sortiert Schallplatten mit elektronischer Musik in die Kategorie „Techno“. Der Begriff entwickelte sich in den 80er Jahren immer mehr zu einem Sammelbegriff für elektronische Musik. In Europa zählen dazu unter anderem EBM, House, Dance oder Synth/Elektro Pop. Gleichzeitig entwickelt sich Mitte der 80er Jahre in den USA der „Detroit Techno“, der als Wegbereiter des Technos der 90er Jahre gilt. Detroit – ehemals blühende Industriestadt – hat nun mit dem zunehmenden Verfall und steigender Kriminalität zu kämpfen. Vor allem die schwarze Bevölkerung bekommt die Missstände zu spüren, weswegen der Detroit Techno nicht positiv und hell, sondern düster und melancholisch ist. Auch in Detroit spielen verschiedene Elemente elektronischer Musik, wie zum Beispiel Kraftwerk mit ein. Zum ersten Mal wird schwarze Musik von europäischer Musik beeinflusst. Die Pioniere des Detroit Techno sind die „Belleville-Three“ mit Kevin Saunderson, Juan Atkins und Derrick May. 1985 erscheint ihr Song „Techno City“. Doch in den USA kann sich der Techno gegen den dominierenden Rap und Hip Hop schwer durchsetzen. Dafür schwappen die Einflüsse aus Detroit nach Europa und beeinflussen maßgeblich die Technoszene. In Deutschland entwickeln sich Berlin und Frankfurt zu Technohochburgen, Massenveranstaltungen, sogenannte Raves, finden in einfallsreichen Locations, wie Lagerhallen oder Abbruchhäusern statt. Mit der ersten Loveparade im Jahr 1989 wird die Technokultur zunehmend populär. Die 90er Jahre symbolisieren eine regelrechte Technokultur. Die Kleidung ist auffallend: Schrille Farben, Plastik-Ästhetik, Schutzanzüge, Warnwesten, Schnuller, Trillerpfeifen, Nylon- und Neoprenanzüge, Schlaghosen und ultrahohe Plateauschuhe charakterisieren den Kleiderstil der „Raver“. Ekstase und Tanz spielen eine wesentliche Rolle, die meist textfreien Songs erlauben viel Interpretationsmöglichkeit durch die ganz individuelle Art zu tanzen. Über eine Million
tanzfreudiger Menschen tummeln sich auf den Raves, wie der Loveparade. Gleichzeitig wird die Technoszene jedoch auch häufig von Kritikern mit Drogen, wie beispielsweise Ecstasy, in Verbindung gebracht.

Im Laufe der 90er Jahre eröffnen immer mehr Großraumdiskotheken, die vor allem Technomusik spielen und namhafte DJs der Szene im Programm haben. Zu den bekannten Namen gehören Westbam, Sven Väth, Paul van Dyk oder Kruder & Dorfmeister. Auch die Musikindustrie profitiert vom Techno-Boom. „Das Boot“ von U96 ist 1991 einer der ersten Charterfolge im Techno. Für die Produktion eines Technosongs wird ein Drumcomputer eingesetzt, Kultstatus erreicht der TR-808 und TR-909 von Roland, später wurde die Produktion jedoch zunehmend auf den Computer verlagert. War der Techno zuerst nur in Westeuropa und den USA verbreitet, erreicht die Technowelle nun auch die restliche Welt.

Gegen Ende der 90er Jahre klingt die heiße Phase des Technos langsam wieder ab. So wie die Rock- und Popmusik die Hippiebewegung der 60er und 70er Jahre geprägt hat, ist die Technomusik und die dazugehörige Kultur Sinnbild für die Digitalisierung einerseits und die 90er Jahre andererseits. Auch wenn die Technomusik heute vielleicht nicht mehr so extrem die Massen bewegt, spielt die elektronische Musik immer noch eine wichtige Rolle, die oft neue Elemente aufnimmt oder alt Bekanntes neu interpretiert.

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