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DMX – Digital Multiplex

8. Juli 2013 Kategorie: Wissenswertes Tags: ,

70064550d DMX Commander

Wie das digitale Steuerungsprotokoll funktioniert!

Jeder Händler kennt es eigentlich, das standardisierte Verfahren um Steuerinformationen an Dimmer, „intelligente“ Scheinwerfer oder etwaige Effektgeräte digital zu übertragen – DMX. Doch wie funktioniert es eigentlich genau und auf welche Initiative geht es zurück.

 

Digitale Datenübertragung gibt es schon seit den Achtzigern. Aber die Hersteller der jeweiligen Steuerpulte hatten unterschiedliche und untereinander nicht kompatible Systeme, so dass dem Kunden letztlich nur die Möglichkeit blieb, die Scheinwerfer und die Steuerung vom gleichen Hersteller zu beziehen. Dies änderte sich mit der Einführung des DMX Standards, der auf eine Initiative der USITT (United States Institute for Theatre Technology) im Jahre 1986 zurückzuführen ist. Nach einigen Verbesserung und Beseitigung von aufgetretenen Problemen die vier Jahre später realisiert wurden, lautet die heute gängige und noch immer gültige Bezeichnung DMX-512 (1990). An einer Weiterführung des Standards wurde zwar gearbeitet, aber eine neuere Version gab es bislang noch nicht.

DMX Timing chartUm die Funktionsweise zu verstehen, blicken wir nochmals auf den Namen, bzw. auf die darin enthaltene Zahl: 512. Diese steht nämlich für die Anzahl der Kanäle, über die Informationen fließen können. Nicht zu verwechseln mit der Anzahl der Geräte die an eine DMX-512 Steuerung angeschlossen werden können. Aufgrund der an Funktionen immer umfangreicher werdenden „intelligenten“ Lichteffektgeräte könnte diese Rechnung auch gar nicht aufgehen. Denn für jeden einzelnen Parameter, wie beispielsweise ein Goborad oder ein Spiegel, wird ein Kanal vergeben. Bei einem Scanner sieht das dann so aus: 2 Kanäle Pan, 2 Kanäle Tilt, Helligkeit, Strobe, 1. Goborad, 2. Gobrad, Goborotation, 1. Farbrad, 2. Farbrad, Effektrad, Fokus, und Zoom. Insgesamt also 15 Kanäle für ein Gerät. Durch diese Aufteilung und aufgrund der maximalen Anzahl der Kanäle liegt das Maximum der Belastbarkeit einer nicht mit zusätzlichen Splittern ausgerüsteten Steuerung bei 34 Geräten.

Die Informationen werden als sich ständig wiederholendes Datenpaket geschickt. Es besteht aus Starter Bits von Daten, die den Adressaten darüber informieren, dass das Paket aktualisiert wurde und dann sendet das Paket einen seriellen Datenstrom (250 kbits/s) der über die Größe des jeweiligen Kanals informiert. Das passiert von Kanal 1 aufsteigend bis theoretisch Kanal 512. Die Kanäle sind durch spezielle Bits von Start- und Stop-Daten voneinander getrennt.

Bildlich gesprochen, lässt sich das ganze System am besten mit dem Postwesen vergleichen. Jeder Briefbote hat ein Gebiet von 512 Häusern. Jedes Haus hat eine eigene Adresse. Manche der Häuser sind größer und bestehen aus mehreren Appartements – das wären dann mehrere Kanäle für ein Gerät, wie beim oben beschriebenen Scanner zum Beispiel. Der Briefbote geht nun von Haus zu Haus und wirft die Post – die Daten – in eigens dafür vorgesehene Briefkästen. Jeder Empfänger öffnet nur seinen eigenen Briefkasten und entnimmt die darin enthaltene Post. Gleichzeitig wird jeder Empfänger über seine Adresse informiert – eine von 512 – und ignoriert schließlich alle Briefe (Daten) die nicht an seine Adresse geschickt wurden. „Intelligente“ Scheinwerfer haben beispielsweise eine Adresse als Startpunkt und erhalten Daten für diese Adresse, bzw. für die Unteradressen. Das ist vergleichbar mit einem Wohngebäude, bei dem die Post an der Rezeption gesammelt wird und von dort dann an alle Bewohner verteilt wird.

Durch diese Adressbestimmungen wird die Steuerung extrem vereinfacht, da jedes Gerät und jeder Parameter genau definiert wurde. Wichtig bei den Adressen ist allerdings die Existenz eines Abschlusswiderstandes, auch Terminator genannt. Dieser verhindert nämlich störende Signal-Reflexionen. In der Regel übernimmt diese Aufgabe das letzte Gerät in der Kette.Dazu wird ein XLR-Stecker in den DMX-Ausgang am letzten Gerät gesteckt, bei dem zwischen Signal (–) und Signal (+) ein 120-Ω-Widerstand eingelötet ist.

Mittlerweile gibt es DMX auch kabellos, per Funkübertragung. Diese Technik stellt eine Weiterentwicklung dar, die etwaige Probleme aus dem Weg räumt, da sie doch die ewig scheinenden Kabelwege durch unsichtbare Funkwellen ersetzt in denen man sich sicherlich nicht verheddern kann. Als zusätzliche Hardware werden lediglich Sender- und Empfängereinheiten benötigt.

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