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Moving-Heads – die Entstehungsgeschichte

20. Juni 2013 Kategorie: Wissenswertes Tags: ,

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Grillfleisch und Genesis

Für ein gutes Essen sind die richtigen Zutaten unabdingbar. Für eine gelungene Lichtshow ist es die Ausstattung. Und zu dieser Ausstattung gehören seit mehr als 25 Jahren auch Kopfscheinwerfer, genannt Moving-Heads. Genauer gesagt gehören sie nicht nur einfach so dazu sondern sind vielmehr unverzichtbar und aus der Beleuchtungstechnik nicht mehr wegzudenken. Es gibt kein großes Konzert, keine Fernsehshow, die auf den Einsatz der Multifunktionsscheinwerfer verzichten würde. Doch wer hat sie erfunden?

Diesmal waren es nicht die Schweizer. In den Vereinigten Staaten von Amerika lernten die Scheinwerfer das Laufen, bzw. das sich Bewegen. 1970 wurde dort Showco gegründet, das sich nach einigen Jahren zu einem der führenden Anbieter von Beschallungs- und Lichtinstallationen bei Live-Veranstaltungen hochgearbeitet hatte und auf so illustre Kunden wie Led Zeppelin, The Who, David Bowie und Genesis verweisen konnte. Doch die Amerikaner bekamen Konkurrenz aus England, da dort mit Aluminium- anstelle von Stahlparcans und mit neuen Dimmertechnologien gearbeitet und somit effizientere Wege beschritten werden konnten. Die Einbußen wurden so groß, dass man ernsthaft darüber nachdachte, sich aus dem Lichtbusiness zurückzuziehen. Doch soweit sollte es nicht kommen.

 

Verantwortlich dafür waren zwei technische Entwicklungen: dichroitisch beschichtete Farbfilter und eine neue Generation von Entladungslampen, die Halogenmetalldampflampen. Bisher waren alle Versuche, wenigstens einen die Farbe wechselnden Scheinwerfer zu konstruieren gescheitert, doch nun sah Jim Bornhorst von Showco die Möglichkeit gekommen, die Idee in die Tat umzusetzen. In Zusammenarbeit mit John Covington machte er sich daran ein gänzlich neue Art von Scheinwerfer mit innen liegenden Farbrad und eben einer Entladungslampe zu entwickeln. Um die neuartige Steuerung kümmerte sich Tom Walsh und John Brooks Taylor. Doch wie es von Erfindungen häufig berichtet wird, so kam auch hier der Zufall etwas zur Hilfe. Die Showco-Truppe hatte sich in einem Grill-Restaurant eingefunden. Als während des Essens über den Stand der Entwicklungen gesprochen wurde, warf einer der Showco Chefs mit genervtem Unterton ein: „Wenn ihr an das Ding noch zwei Motoren baut, kann es sich sogar bewegen.“ Was eigentlich nur als ironische Bemerkung gedacht war entwickelte sich zum Selbstläufer. Der geplante Farbwechsler bekam also Motoren verpasst. 12 Wochen nach dem besagten Restaurantbesuch, im Dezember 1980, war der Prototyp eines bewegten Scheinwerfers inklusive Steuerung fertiggestellt.

Einer der ersten, die den Moving-Head zu Gesicht bekamen war Alan Owen, der langjährige Lichtdesigner der Band Genesis. Genesis und Showco verband eine freundschaftliche Beziehung. Nachdem Owen mit einer kurzen Kostprobe auf einem Parkplatz überzeugt werden konnte, stellten die Entwickler den Moving-Head schließlich den Bandmitgliedern Phil Collins, Mike Rutherford und Tony Banks vor. Genesis galt schon immer als eine Gruppe, die sich technischen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen zeigte. Der Scheinwerfer konnte abermals überzeugen und die Band orderte 50 Geräte für ihre bevorstehende Abacap-Tournee. So wurde am 25. September 1981 in einer Stierkampfarena in Barcelona eine neue Ära eingeleitet. Genesis begann seine Tournee unterstützt von 50 Vari*Lite-VL1-Scheinwerfern, die für beeindruckende Effekte sorgten und den bis heute andauernden Siegeszug der kopfbewegten Scheinwerfer einleiteten.

Eine Antwort auf “Moving-Heads – die Entstehungsgeschichte”

  1. TIL Moving Heads sind untrennbar mit Phil Collings und Genesis verbunden: »So wurde… | Die wunderbare Welt von Isotopp says:

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